Manifest für eine zukunftsgerechte Mobilfunkversorgung: Neue Mobilfunk-Netzstruktur zur Minimierung der Strahlung

16. Dezember 2019 in Medienmitteilung

Die Konsumentenorganisation frequencia zeigt mit dem Mobilfunk-Manifest auf, wie eine Mobilfunknetzstruktur im Sinne des Gesundheit- und Umweltschutz sein muss.

  • Die Aufhebung der bestehenden absurden Struktur, bei der Innenräume durch Aussenantennen versorgt werden, schafft strahlungsarme Lebensräume und ermöglicht eine massive Grenzwertsenkung.
  • Wird die Versorgung des Innenraums von derjenigen des Aussenraums entkoppelt, kann die Strahlenbelastung der Mobilfunknutzer und der Anwohner massiv reduziert werden.

Heute findet 80% der mobilen Kommunikation in Innenräumen statt. Von den Mobilfunkbetreibern wird stets auf das eigene Handy als Verursacher der grössten persönlichen Strahlenbelastung hingewiesen. Je schlechter die Verbindung sei, desto mehr strahle es. Daher wird empfohlen, auf eine gute Verbindung zu achten.

Viel einfacher wäre es aber, die Innenversorgung wo immer möglich per Kabel zu gewährleisten. Bräuchte die Strahlung der Mobilfunkantennen nicht mehr die Mauern zu durchdringen, wäre die Versorgung mit Internet und Telefon gesundheits- und umweltverträglicher. Die Aussenantennen müssten nur noch die Nutzer im Freien versorgen, und im Innern würde der Festnetzanschluss benutzt. Um zuhause ein Buch zu lesen, benutzen wir ja auch eine eigene Lampe und nicht die Strassenlaterne. Genauso unsinnig ist es, dass wir uns im Innenraum über eine Aussenantenne vernetzen.

«Bund und Betreiberfirmen müssen im Hinblick auf Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit zugunsten der Bevölkerung bzw. der Kunden unverzüglich mit der Verwirklichung des strahlungsminierenden Konzepts einer zwischen Innen- und Aussenraum getrennten Versorgung beginnen».

Es braucht schnellstmöglich, noch vor der flächendeckenden Einführung von 5G, eine Planung für ein nachhaltiges, verlässliches und eine geringstmögliche Strahlung verursachendes Kommunikationsnetz. Als Reaktion auf den lückenhaften BAFU-Bericht vom 28.11.2019 hat der Ständerat am 4.12.2019 mit dem Postulat „Nachhaltiges Mobilfunknetz“ von Brigitte Häberli-Koller (CVP/TG) den Bundesrat beauftragt zu klären, was die Vor- und Nachteile eines einzigen, einheitlichen Mobilfunknetzes wären und wie der Ausbau des Glasfasernetzes gefördert werden könnte.

Bisher verschlossen Behörden und Mobilfunkbetreiber die Augen vor Entwicklungen und Massnahmen für eine strahlungsarme und energiesparende Mobilfunkversorgung. Mit der Einführung von 5G ist nun – gerade aufgrund der technischen Besonderheiten – der Zeitpunkt für eine grundlegende Weichenstellung beim Netzausbau gekommen.


frequencia lehnt jegliche Erhöhung des Anlagegrenzwertes (AGW) ab, sei sie offen in Zahlen oder versteckt durch Mittelung des Messwertes, und ebenso eine Anhebung der Limite zur Befreiung von Anlagen vom AGW.

frequencia fordert die Trennung zwischen Innen- und Aussenraumversorgung beim Mobilfunk, verbunden mit einer Senkung des AGW, und verbunden mit einem Schutz vor gegenseitiger interner Bestrahlung.

frequencia wird 2020 eine Reihe von Symposien starten. Der propagierte Ansatz ist: Weniger Belastung der Bevölkerung und Umwelt sowie Berücksichtigung der Energiestrategie durch neue strahlungsarme Ansätze und Versorgungskonzepte.

frequencia startet im Frühjahr 2020 eine Volksinitiative, um die Strahlenbelastung der Bevölkerung zu verringern, dies auf der Grundlage einer getrennten Versorgung zwischen Innen- und Aussenraum sowie der damit verbundenen Senkung des Grenzwertes.

Zum Manifest
www.frequencia.ch/project-details/manifest-fuer-eine-zukunftsweisende-mobilfunkversorgung/

Zu den Medienmitteilungen
https://www.frequencia.ch/medienkontakte/

Medienmitteilung als PDF

Weitere Informationen
Deutsch: Peter Schlegel 044 984 14 67 / 044 984 00 39
Französisch und Englisch: Tamlin Schibler Ulmann 024 420 22 86 / 079 394 79 83
connected to life – frequencia setzt sich für einen bewussten Umgang mit digitalen Techniken ein, um die negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur zu minimieren – für eine Welt, in der die Technik dem Menschen dient, und nicht umgekehrt.

In zwei Ausführungen


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