Rebekka Meier

21. September 2019 in Kundgebung
Warum dürfen Betreiber die Grenzwerte überschreiten?

Rebekka Meier. Leiterin des Baurechts vom Verein Schutz-vor-Strahlung und Präsidentin des 5G-Moratoriumsvereins

Mein Name ist Rebekka Meier, ich wohne in Grenchen und unterstütze Tag für Tag Einsprecherinnen und Einsprecher in der ganzen Schweiz. Als Uhrmacherin und Amateurfunkerin bringe ich mein technisches Wissen in die Baubewilligungsverfahren ein. Und ich informiere, mit Zahlen und Fakten.

Zahlen und Fakten machen am Schluss den Unterschied, ob 5G wirklich gefährlich ist oder nicht. Und ist 5G gefährlich? Ich sage Ja! 5G ist gefährlich! 5G-Antennen haben eine ganz besondere Eigenschaft: Sie können Ihre Sendeenergie auf eine kleine Fläche fokussieren. Ich wäre jetzt die Antenne, und Sie da vorne nutzen mit gerade 4G mit Ihrem Handy. Jetzt bestrahle ich alle Personen hier vor mir. Nun wechseln Sie auf 5G. Jetzt konzentriere ich meine ganze Sendeenergie auf Sie. Und so nimmt die Strahlenbelastung zwischen mir als Antenne und Ihnen als 5G-Nutzer stark zu. Sie können zwar zehnmal mehr Daten übertragen, werden aber auch entsprechend mehr bestrahlt. Und was ist jetzt, wenn sich zwischen mir und Ihnen ein Schlafzimmer befindet? Und wenn Sie mit dem 5G-Handy dauernd fern sehen? Und Sie auch und Sie auch und Sie auch? Dann steigt die Strahlenbelastung sehr sehr stark an!

Man fragt sich jetzt: Aber werden dann nicht unsere Grenzwerte überschritten? Natürlich werden sie überschritten! Aber warum dürfen die Betreiber das, unsere Grenzwerte überschreiten? Ob die Grenzwerte eingehalten werden oder nicht, hängt von der Sendeleistung der Antenne ab. Also wie stark die Antenne strahlt. Bisher mussten die Betreiber immer das Maximum angeben, damit man sicher wusste, dass die Grenzwerte in jedem Fall eingehalten werden. Seit dem ersten Juni dürfen adaptive Antennen so stark strahlen, wie sie wollen, es gibt keine Grenzwerte mehr. Und damit meine ich wirklich, KEINE Grenzwerte! Solange die Antennen im Durchschnitt richtig strahlen, dürfen sie zwischendurch so stark strahlen wie sie wollen. Das ist genau das gleiche, wie wenn wir ab heute auf der Autobahn durchschnittlich 120 km/h fahren dürften. Also zwischendurch auch mal 300 km/h, dann aber wieder 20 km/h.

Die Betreiber sagen an den Einigungsverhandlungen: Nein nein, wir geben immer noch die maximalen Werte an. Das mit dem Durchschnitt kommt erst 2020. Aber wer kann es beweisen? Es gibt keine Messgeräte, keine Messverfahren und keine Anleitung zum Messen von 5G-Antennen. Niemand weiss, ob die 5G-Antennen heute schon viel stärker strahlen als erlaubt.

Die Umweltämter sagen: Nein nein, wir können im Qualitätssicherungssystem  nachschauen, ob die Antenne wie bewilligt sendet. Aber 5G-Antennen werden im Qualitätssicherungssystem gar nicht erfasst. Sie können nicht und auf keine Art und Weise kontrolliert werden.

Das alles ist eine Umgehung des Vorsorgeprinzips. Ich verlange, dass alle Kantonsregierungen und unsere Landesregierung unsere Vorsorgegrenzwerte respektieren und dass alle Antennen in der Schweiz diese voll und ganz einhalten müssen.

5G-Antennen missachten die Vorsorgegrenzwerte!
Mit 5G würde die Strahlenbelastung stark zunehmen!

5G-Antennen kann man nicht messen oder kontrollieren!
5G-Antennen überschreiten unsere Grenzwerte!

Zum Schutz unserer Gesundheit; erheben wir unsere Stimmen und setzen unser Vorsorgeprinzip durch!

Ich danke Euch allen sehr herzlich für Euren persönlichen Einsatz!

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