Kundgebung in Bern: Bevölkerung fordert 5G-Moratorium und ein Ende der Zwangsbestrahlung

21. September 2019 in Medienmitteilung

Am 21.09.2019 haben sich zum zweiten Mal mit der Forderung „Gegen Zwangsbestrahlung und für Wahlfreiheit“, mehr als 3000 Menschen auf dem Bundesplatz in Bern versammelt, um gegen die Einführung von 5G zu protestieren.

  • Risiken nicht geklärt: Veranstalter frequencia und Unterstützer der Kundgebung fordern ein bundesweites Moratorium für 5G
  • Umfragen belegen: Knapp 60 % der Bevölkerung sind gegen eine Erhöhung der Grenzwerte durch 5G
  • Einführung von 5G blockiert: Einsprachen bei fast allen Baugesuchen für Mobilfunksendeanlagen
  • Stromverbrauch durch 5G wird explodieren: Prognosen bestätigen Anstieg um 20-50% durch Vernetzung zahlloser Geräten (Internet der Dinge)
  • Senkung der Grenzwerte gefordert: Nationales Bündnisses will politische Forderungen gegen Antennenwildwuchs durchsetzen
  • Neue Ansätze bei der Mobilfunkversorgung: Politik bekundet erste Gesprächsbereitschaft zur Schaffung von strahlungsarmen Lebensräumen

 

Weitere Informationen zur Kundgebung finden Sie unter: https://www2.frequencia.ch/project-details/kundgebung-nr-2-in-bern/

Am 21.09.2019 haben sich zum zweiten Mal mit der Forderung „Gegen Zwangsbestrahlung und für Wahlfreiheit“ mehr als 3000 Menschen auf dem Bundesplatz in Bern versammelt, um gegen die Einführung von 5G zu protestieren. Zahlreiche Politiker und Experten wie Thomas Hardegger (Nationalrat), Olivier Pahoud (Nationalratskandidat), Markus Durrer (unabhängiger Experte für nichtionisierende Strahlung), Hans-Ulrich Jakob (Elektroingenieur, Gigaherz) und Cornelia Semadeni (Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz) haben aufgezeigt, wie Mobilfunkstrahlung direkten Einfluss auf das Leben von Mensch und Umwelt nimmt. Tamlin Schibler Ulmann, Veranstalterin und Co-Präsidentin von frequencia, ist zufrieden mit der Kundgebung: «Dass heute so viele Menschen zusammengekommen sind, ist ein starkes Zeichen gegen die unkontrollierte Einführung von 5G: Die Bürgerinnen und Bürger haben genug von Entscheiden, die über ihren Köpfen und in Missachtung ihrer Gesundheit gefällt werden.»

frequencia fordert 5G-Moratorium und strahlungsarme Lebensräume
Während Mobilfunkanbieter die volle Abdeckung durch 5G im Eiltempo vorantreiben, fehlt noch immer jegliche Prüfung des neuen Mobilfunkstandards auf Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit. Ohne die Auswirkungen und Risiken von 5G auf Mensch und Umwelt zu kennen, hat der Bund den Mobilfunkbetreibern Konzessionen für die Nutzung neuer Frequenzbereiche gegen einen Betrag von 380 Millionen Franken erteilt. Die nationale Organisation frequencia fordert ein nationales Moratorium zur 5G-Technologie und eine massive Senkung der Grenzwerte, da die gesundheitlichen Auswirkungen ein sofortiges Handeln erfordern. Landesweite Einsprachen gegen Antennen haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Gegen die allermeisten Baugesuche für 5G-Antennen wurden Einsprachen erhoben.
Seit über zwei Jahrzehnten gibt es Widerstand gegen Mobilfunksendeanlagen. Die Bevölkerung leidet unter den Auswirkungen, was die Zahl von 800’000 Elektrosensiblen belegt. Mit der geplanten Einführung von 5G sollen aber weitere 15’000 neue Mobilfunksendeanlagen dazukommen. Sie sollen ermöglichen, dass bis zu einer Million Geräte pro Quadratkilometer miteinander vernetzt werden können. Auch wenn künftige Geräte energiesparender sein werden, wird die Masse von Anwendungen den Energieverbrauch laut publizierten Voraussagen bis 2030 um 20-50 % ansteigen lassen.

Senkung der Grenzwerte und Trennung der Mobilfunkversorgung in Aussen- und Innenbereich
Um ihre Ziele des Ausbaus von 5G durchzusetzen, fordern die Mobilfunkbetreiber eine Erhöhung des Grenzwertes von 6V/m auf 20 V/m, womit die Strahlenbelastung enorm ansteigen würde. Unabhängige Wissenschaftler halten die Grenzwerte für verantwortungslos und fordern mit der geplanten Einführung von 5G endlich die Schaffung von strahlungsarmen Zonen sowie eine Senkung der Grenzwerte. Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) fordern seit bald zwei Jahrzehnten eine Senkung auf einen Zehntel des geltenden Wertes. Die Resolution Nr. 1815 des Europarates fordert ihrerseits einen 30 Mal tieferen Grenzwert, als er in der Schweiz gilt.
Erste Politiker, die bisher die Einführung von 5G unterstützt haben, zeigen sich vom Protest aus der Bevölkerung beeindruckt. Sie zeigen Gesprächsbereitschaft zur Schaffung von strahlungsarmen Lebensräumen. Die Organisation frequencia begrüsst diese Entwicklung. «Mit einer getrennten Internet-Funkversorgung für aussen und für innen liesse sich eine massive Senkung der Strahlenbelastung erreichen. Der Schutz des eigenen Wohnraums vor der Durchstrahlung aus dem öffentlichen Mobilfunknetz sowie aus anderen Wohnräumen, wo Endnutzer selber Funktechniken wie WLAN einsetzen, muss gesetzlich verankert werden», so Peter Schlegel, Mobilfunkexperte und Vorstandsmitglied bei frequencia.

Weitere Informationen: contact@frequencia.ch
DE : Uwe Dinger 061 689 19 00 und Martin Zahnd 044 341 76 60
FR & EN : Tamlin Schibler Ulmann 024 420 22 86/079 394 79 83 und Coco Tache-Berther 079 208 47 84
IT : Patricia Schera 091 791 85 91

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Die nationale Umwelt- und Konsumentenschutzorganisation frequencia setzt sich mit den Auswirkungen von Digitalisierung und technischen Entwicklungen auseinander. Ein besonderer Fokus liegt auf der Wirkung von nieder- und hochfrequenter Strahlung. frequencia setzt sich für einen bewussten Umgang mit digitalen Techniken ein, um die negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur zu minimieren – für eine Welt, in der die Technik dem Menschen dient und nicht umgekehrt.

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