Cornelia Semadeni

21. September 2019 in Kundgebung

Digitalisierung first, Bedenken second? Nein! Vorsorge ist besser als heilen.

Cornelia Semadeni, Ärztinnen und Ärzte für die Umweltschutz (FMH)

2G, 3G, 4G, 5G ……. Mit jedem neuen Mobilfunkstandard nimmt die Nutzung zu. Mobilfunkstrahlung wird weitgehend unausweichlich.

Mobilfunkanbieter reisen durchs ganze Land und preisen 5G. Die Schweiz werde den Anschluss verpassen, wenn die Strahlengrenzwerte nicht angehoben werden.
Vertreter aus Wirtschaft, Technik und  Umweltwissenschaft  etc plädieren für gesundheitliche Unbedenklichkeit – sind das unsere neuen Gesundheitsexperten?

Die Bevölkerung bleibt besorgt ……. Wir Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz auch!

Wir alle, jung und alt, ja schon Babys, benutzen eine Technik, die als möglicherweise krebserregend gilt –  nun fordert das Beratungsgremium der internationalen Krebsagentur gar dringend eine Neubewertung aufgrund gewichtiger Ergebnisse neuer Tier- und Zellstudien.

Und hier in der Schweiz? Es wird über Grenzwerthöhungen diskutiert, anstatt dass wir über Vorsorge sprechen!

Leistungsstärkere Antennen  oder sehr viel mehr Antennen im ganzen Land? Mit keulenschwingenden Antennen von aussen tief in Gebäude hinein powern, bis zur 5G-fähigen Waschmaschine im Untergeschoss, statt mit Glasfaser die Gebäude erschliessen. Bereits werden Nutzungsdaten von einer E-Zigarette  übers Handy  zu Philip Maurice versendet. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand? Mit solchen Daten wird heute mehr Umsatz generiert, wie mit Erdöl, deshalb herrscht in diesem Geschäftsbereich Goldgräberstimmung!

Mobiles Videostreamen, das ist  der neue Hype. Videostreamen unter der Bettdecke nach dem Lichterlöschen. Mobiles Netflixen mit dem Smartphone auf dem Sofa;
Videostreamen ist für 70 % des mobilen Datenvolumens verantwortlich. Und hierfür das Schutzniveau senken?

Uns Ärztinnen und Ärzte macht es betroffen und hilflos, dass PatientInnen sich entschliessen, wegen Strahlung im Keller zu schlafen, oder gar ihr belastetes Heim zu verkaufen.  Warum nicht mit dem Festnetz bis in die Zimmer und die letzte Strecke mit Kabel oder Funk, selbstbestimmt, strahlenminimiert, und ohne den Nachbarn zu belasten? Wo bleibt die technische Innovation?

Wir Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz sind besorgt. Nicht nur wegen dem Strahlenmeer, sondern wegen der Gesundheit unserer Kinder.
Kinder surfen bis  4 Stunden im Internet, und dies jeden Tag, anstatt mit realen Personen zu spielen, soziale Kompetenz zu erlernen. Die online – Zeit fehlt Ihnen für ihre Entwicklung. Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen haben bei Jugendlichen und Kinder in den letzten 10 Jahren massiv zugenommen- solange gibt es das Smartphone schon. Zugenommen hat auch das Suchtpotential, Fettleibigkeit, Kurzsichtigkeit, Haltungsschäden und Schlafstörungen. Fürs Denken benutzt man das Smartphone im Hosensack.

Für eine starke Gesellschaft braucht es starke Kinder, die sozial kompetent sind, und eigenständig  denken können. Kinder sind unsere Zukunft.

Wir Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz sind besorgt. Nicht nur wegen dem Strahlenmeer, der Kindergesundheit,  sondern auch wegen dem rasant ansteigenden Stromverbrauch und Ressourcenverschleiss.

Das Internet bekommt zusätzlich Schub mit 5G. Der Stromverbrauch auch. Heute 8 Prozent, Prognose in 10 Jahren 20 -50 Prozent. Millionen neuer Smartphones, Milliarden Geräte für das Internet der Dinge, Unmengen nicht erneuerbarer Rohstoffe, Raubbau an Mensch und Umwelt. 

Digitalisierung first Bedenken second? Nein!

Wir Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz fordern:

  • Gesundheitliche Risiken, Energie- und Ressourcenverbrauch auf die digitale Agenda
  • Keine Absenkung des Schutzniveaus für AntennenanwohnerInnen – keine Erhöhung der Grenzwerte weder direkt noch indirekt
  • Moratorium für Millimeterfunkwellen bis zur Klärung der Gesundheitsrisiken
  • Reduktion der Strahlenbelastung aller Geräte, Netzwerke und Anlagen, die bei mobiler Kommunikation eingesetzt werden, im Sinne des Vorsorgeprinzips
  • Information der Bevölkerung über Gesundheitsrisiken
  • kontinuierliche unabhängige Forschung

Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz,
Kontaktperson:
Dr. Martin Forter, Geschäftsleiter Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz

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